Martin Schulz

Allgemein

INterview in der Thüringer Allgemeine

Ist ein SPD-Kanzlerkandidat Schulz besser als Gabriel?

Martin Schulz ist ein Kandidat, der nicht an der Regierungspolitik der letzten Jahre beteiligt war. Somit kann er eine Politik jenseits der Großen Koalition glaubwürdig vertreten.

Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Inhaltlich wird sich doch nichts ändern, oder?

Inhaltlich ist die SPD in vielen Bereichen gut aufgestellt. Insbesondere soziale Gerechtigkeit ist ein Thema, dass uns am Herzen liegt, das mit neuen Köpfen glaubhafter vertreten werden kann.

 

Was müssten aus Ihrer Sicht die Themen der SPD sein?

Soziale Gerechtigkeit bedeutet für uns Chancengleichheit zu ermöglichen von Geburt an. Kinderarmut, ein hochgradig selektives Schulsystem, zu bezahlende Ausbildungsberufe, sehr geringe Studierendenzahlen aus Nicht-Akademikerfamilien, Generation Praktikum und fehlende Integrationsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose auf der einen und für Zuwanderer andererseits sind Kennzeichen fehlender sozialer Gerechtigkeit, die es zu beheben gilt. Dafür benötigen wir Geld. Dieses Geld ist vorhanden. In der nahen Zukunft werden gigantische Summen vererbt. Dort muss der Staat genauso ran, wie an Kapitalerträge und hohe Einkommen.

Für uns Jusos ist der Internationalismus eine entscheidende Komponente. Von Martin Schulz als Europapolitiker erwarten wir neue Akzente im Verhältnis unseres Landes zu Europa. Wir wünschen uns ein Deutschland in dem europäisch gesprochen wird. Martin muss Impulse hin zu einem solidarischeren Europa setzen.

Kann Ihr Direktkandidat Klostermann diese Themen auch im Unstrut-Hainich-Kreis verkaufen?

Michael steht glaubwürdig für eine sozialdemokratisch geführte Regierung mit einer unmissverständlichen Ausrichtung auf soziale Gerechtigkeit. Es braucht in Zeiten von Rechtspopulismus und einer überall spürbaren Verunsicherung klare Optionen. Die SPD steht für Solidarität innerhalb unseres Landes und in Europa.

Rot-Rot-Grün auf Bundesebene oder doch etwas anderes?

Wir Jusos kämpfen für ein linkes Regierungsbündnis. Ob das nun aus zwei oder drei Parteien bestehen wird, muss sich nach dem Wahlgang zeigen. Sollte es nicht möglich sein, eine sozialdemokratisch geführte linke Regierung zu bilden, sind wir bereit in die Opposition zu gehen.